Erbbegräbnis Rittergut Herrmannsgrün

Familie von Ketelhodt

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Begräbniskapelle Rittergut Herrmannsgrün

Begräbniskapelle von Ketelhodt zu Herrmannsgrün
© 2012 Werner Roth

Nicht im Walde, sondern inmitten der Felder steht abseits der Straße Greiz-Werdau auf einer zum Rittergut Herrmannsgrün gehörigen Höhe die Kapelle der Familie von Ketelhodt.
Das "Grabmahl" ist auf dem Meßtischblatt 123: Reichenbach - Greiz südwestlich vom Rittergut Herrmannsgrün verzeichnet.
Die Einweihung der Kapelle durch den Superintendenten Gustav Schmidt aus Greiz [1797 - 1880, im Amt 1839 - 1872], fand am 6.11.1842 statt.
Die Wappen von Ketelhodt und von Beulwitz befinden sich an den Seitenwänden.
Bereits 1931 dient die Kapelle nicht mehr als Begräbnisstätte.
1965 nicht mehr feststellbar.
Mausoleum Rittergut Herrmannsgrün

Mausoleum Rittergut Herrmannsgrün
Zeichnung: G.Wilhelm, 1913

Friederike Freifrau von Ketelhodt
geb. von Beulwitz
"Am 22.11.1839 bezog Friederike von Ketelhodt nach dem Tode der früheren Besitzerin Ernestine Friederike von Brandenstein [* Obergöltzsch 15.10.1763, + Rudolstadt 5.4.1839], mit ihrem Sohne Eduard von Ketelhodt das Rittergut Herrmannsgrün."

"Frau Friederike Freifrau von Ketelhodt starb den 9. Juli [1840] früh 4 Uhr auf dem hiesigen Rittergut und wurde d. 12. Juli nach einer früh zwischen 6 u. 7 Uhr in der Kirche gehaltenen Rede in dem neu angelegten Erbbegräbnis auf dem Gottesacker und zwar auf den nordwestlichen Teil desselben unweit der nördlichen Mauer beigesetzt. Alter 57 Jahre.
1842 wurde in Folge von Differenzen zwischen den und der weil. Fr. Ketelhodt und der Gemeinde der Leichnam in einem südlich vom Dorfe auf Rittergutsboden neu erbauten Gruft gebracht, nachdem dieselbe nebst der darüber befindlichen Kapelle am 6. Nov. 1842 [...] geweiht worden war."

* Paulinzella 31.12.1783
+ Herrmannsgrün 9.7.1840
++ Herrmannsgrün Friedhof 12.7.1840
überführt in die Begräbniskapelle Herrmannsgrün 10.11.1842

Eduard Freiherr von KetelhodtAm 20.7.1840 wird Eduard von Ketelhodt mit dem Rittergut Herrmannsgrün belehnt.
"Der Freiherrenstand der Ketelhodts im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt wird am 15.12.1854 anerkannt."

"Eduard Freiherr von Ketelhodt auf Herrmannsgrün, Großherzogl. Mecklenburg-Schwerinscher Kammerherr, Erbschenk der gefürsteten Grafschaft Henneberg und Rechtsritter des St. Johanniter-Ordens, ist zu Herrmannsgrün am 16. Oktober 1869 [!] verstorben, nachdem er in seinem Testament vom 20. Juli 1853 "Frau Elise von Bappe, die sich auch Elise Bapp aus Zweibrücken schreibt, "zu seiner Universalerbin eingesetzt hat."

* Rudolstadt 14.7.1803
So. des Leopold Gerd von Ketelhodt [1779 - 1822] und der Friederike von Beulwitz [1783 - 1840]
+ Herrmannsgrün 15.10.1869
++ in der Begräbniskapelle Herrmannsgrün 19.10.1869

"Herr Eduard Freiherr von Ketelhodt starb den 15. Oktober [1869] Nachts 1/2 12 Uhr und wurde am 19. Morgens 9 Uhr [...] gehaltenen Andacht in der Begräbnis Kapelle in welcher seine Mutter ruht beigesetzt.
Alter: 66 J. 3 Mo. 1 T.
hinterläßt seine Ehegattin Frau Friederike geb. Gräfin Taube."

oo 10.3.1855 Friederike Charlotte Catharine Luise Gräfin von Taube
To. von Graf Karl August Anton Ludwig von Taube [1771 - 1816] und der Wilhelmine Karoline Sophie Gräfin von Zeppelin [1791 - 1872]
* 1808
+ 1871
I oo Ludwigsburg 1.5.1838 Johann Heinrich Gottlieb Freiherr von Berge auf Marwitz bei Landsberg [+ Dresden 8.1.1851]
II oo 1855 Eduard Freiherr von Ketelhodt

NB: Merkwürdig îst das Testament von 1853 und die erfolgte Heirat 1855 mit Friederike Gräfin von Taube.
ebenso fragwürdig: "von nun an [1825] nahm die gebeugte Mutter [Friedericke von Ketelhodt, geb. von Beulwitz] ihre Nichte Elise von Pape zu sich, die den Namen von Ketelhodt mitzuführen berechtigt ist."

Marie Elisabeth Bapp [Rapp] Haushälterin bei der Familie von Ketelhodt auf dem Rittergut Herrmannsgrün.
Nach dem Tod von Eduard von Ketelhodt 1869 wird "Fräulein Bapp aus Zweibrücken" tatsächlich am 25.5.1870 mit dem Rittergut Herrmannsgrün belehnt. Bereits am 26.10.1872 schenkt sie das Rittergut Herrmannsgrün Robert Freiherr von Ketelhodt [1836 - 1908].
Dieser wird am 31.3.1874 mit Herrmannsgrün belehnt.

"Ich heiße Marie Elisabeth Bapp, bin eine eheliche Tochter des Bürgers und Musikspielers Peter Bapp zu Zweibrücken, geboren am 12. Juni 1799, unverheirathet, gegenwärtig noch heimathsberechtigt in Zweibrücken"
"Ich habe dagegen sein Hauswesen zuerst allein, später gemeinschaftlich mit seiner Gemahlin, einer geborenen Gräfin Taube, besorgt."

+ Herrmannsgrün 11.2.1875
++ in der Begräbniskapelle Herrmannsgrün 16.2.1875

Legende: * geboren, ~ getauft, oo verheiratet, + gestorben, ++ begraben

• Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, Heft 5 bis 8, Band XX von 1931
• Herbert Hüllemann: Die Geschichte der Rittergüter in Reuß älterer Linie, 1939
• Paul Apitzsch: Wo auf hohen Tannenspitzen, ein vogtländisches Wanderbuch, 1932, Seite 82
• Eduard von Ketelhodt: Urkunden und historische Nachrichten der Freiherrlich von Ketelhodtischen Familie, Band 2, 1855
• Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 446
• KB Herrmannsgrün
• Ernst Heinrich Kneschke: Deutsches Adels-Lexicon, Leipzig, 1870