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Chronik Rittergut Endschütz

Entwurf einer urkundlichen Geschichte

Rittergüter im Vogtland

Erbbegräbnis Rittergut Endschütz
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1454 Januar 9
Lehnsbrief des Herzogs Friderich zu Sachsen, Erzmarschall des h. röm. Reichs, Landgraf in Doringen, Markgraf zu Missen, für Heinrich von Wiida zu Wildenfels und seine Lehenserben über: Cuntze von Wolffistorff mit der Angermoel und dem Wasser von ihr bis zum Hammer, nebst dem Hammer; Heintze von Wolffirstorff mit Hof und Dorf Marckerstorff, mit dem Hof Walterstorff, Ober-Geiszendorff und Eyle mit einem Mann zu Alberstorff und andern zu Czicker und Draxdorff; Woelffel von Wolffirstorff mit Hof und Dorf Kolmitzsch mit Ober- und Niedergericht, dem Dorf cleynen Kundorff, einem Mann zu Katzendorffe, einem Bauer zu Walterstorff; Heintze von Lomen mit 35 Scheffel Hafer in den Dörfern Cloder, Ditterstorff, Czigker; Cuncze von Wolfframstorff mit dem Wohnsitz und einem Bauer zu Druentz, 2 Männern zu Czicker mit dem halben Vorwerk zu Ruszelsdorff; Heintze von Wolfframstorff mit der Mühle und einem Mann zu Walterstorff, einem Bauer zu Czicker und zu Ditterstorff, einem Mann zu Clodra und zu Tahen mit dem halben Vorwerk Ruszelstorff und 2 Wassern an der Elster; Peter zu Wolfframstorff mit 5 Männern zu Druentz und einem Bauern zu Czicker; Friderich Blancke mit 3 Bauern zu Kunrstorff, Hans von Schonaw mit einer Wiese und Acker, Nickel Schuetze mit dem Hof und Dorf Enschicz; Scholticze mit dem Vorwerk zu Clodra, einen Bauer zu Alberstorff 2 Männer zu Wernstorff, die dem Nonnenkloster zu Cronschewitz verschrieben sind, und Baltasar von Wolffistorff mit 18 Hellern im Städtlein Berga, - mit allen Rechten und Nutzungen, wie bereits der Vater des Empfängers diese Mannschaft vom Herzog zu Lehen gehabt.
Zeugen: die Räte Ritter Hildebrand vom Eynsidel, des Herzogs Obermarschall, Hans von Kokeritz, Hofmeister seiner Gemahlin, Jorge von Hugewitz, Dechant zu Missen, sein Kanzler, Ritter Hans von Maltitz.

Domstiftsarchiv Naumburg, Urk. 671

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Wappen der Familie von Wolffersdorff v. Wolffersdorff

Uradel, der im Vogtland 1240 mit Gotfried von Wolffersdorff [Gotfridus de Wolfinsdorf] urkundlich auftritt.

1240 Henricus dictus advocatus de Groyz [Greiz] verkauft seinem Bruder (dem Deutschordensritter) Heinrich, ehemals Vogt in Gera, und seiner früheren [relicta] Gemahlin, der Schwester Jutta, das Dorf Reinhardsdorf (Reynhartsdorf), das er vom Reiche zu Lehen hat, für 410 Mark Silbers mit allen Rechten, damit sie es dem Kloster Cronschwitz zu ewigem Besitz übertragen können.
Zeugen: Hermannus de Groiz, Albertus de Lychtenstein, Henricus de Langinberg, Bucel [?], Gotfridus de Wolfinsdorf, Planco [?]

Karl Heinrich Lampe: Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, Jena 1936, Nr. 77
Otto Dobenecker: Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, Bd.3, 1228‒1266. Nr. 929

Die Rittergüter Wolfersdorf und Endschütz sind eng verbunden, weil sie über Jahrhunderte in Familienbesitz bleiben.

Wenn eines der Güter durch widrige Umstände zum Verkauf angeboten werden muss, erwirbt es meist ein Vetter aus der engen Verwandtschaft, um es für die Gesamtfamilie zu erhalten.

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Günther Wolf von Wolffersdorff und Frieda Margarete EhlertGünther Wolf v. Wolffersdorff ist der Verfasser der Familiengeschichte Wolffersdorff, 933‒1965.

Für die folgende Chronik über das Rittergut Endschütz wurden relevante Angaben daraus verwendet.

Günther Wolf v. Wolffersdorff wurde am 3. Mai 1894 in Bautzen geboren, als Sohn des Max Walther Wolf v. Wolffersdorff und der Klara Auguste Lehmann.

Er studiert in München und Darmstadt Architektur u. erforscht seit 1911 die Geschichte seiner Familie.

I oo Triebes 14.4.1934 Brigitta Asta Martha Louisa v. Schönberg, gesch. Torgau 1954
II oo Schwerin 30.12.1955 Frieda Margarete verw. Ehlert geb. Eulitz.

2 Adoptivsöhne: Fritz v. Wolffersdorff-Ehlert [+1982] und Heinz v. Wolffersdorff-Ehlert [+ 1999]

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 204

Günther Wolf v. Wolffersdorff stirbt in Torgau am 24. Dezember 1974.

Foto: Günther Wolf von Wolffersdorff mit Ehefrau Frieda Margarete Ehlert geb. Eulitz

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NB: in meiner Aufstellung sind Lücken und Unsicherheiten.
Die jüngeren Daten sind zuverlässiger, aber auch in vielen Fällen zu hinterfragen.
In der Familiengeschichte Wolfersdorf fehlen sämtliche Quellenangaben. Klärungsbedarf.
Summa summarum habe ich den Versuch unternommen, die Genealogie aufzuarbeiten und sie in den urkundlichen Kontext einzuordnen.
Auf Vermutungen und Annahmen wurde verzichtet.

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Heinrich v. Wolffersdorff

+ (um 1509)
Er sitzt auf Wolfersdorf, Endschütz, Wüstfalke, Kühdorf-Hainsberg und ist kurs. Obrist, Amtmann zu Weida, Amtmann zu Schneeberg.

Anno 1461 ist Herzog Wilhelm zu Sachsen [...] der 26. Martijus zu Weimar ausgezogen/ vnd sich auff die Reyse zum Heiligen Grabe nach Jerusalem gemachet [...] sind mitgezogen [...] Heinrich von Wolffersdorff/ alle Ritter.

Cyriacus Spangenberg: Mansfeldische Chronica, 1572

Heinrich von Wolffersdorff/ Ritter/ wird Anno 1486. Ambtmann uffn Schneebergk genennet.

Christian Meltzer: Bergkläufftige Beschreibung der Bergk-Stadt Schneeberg, 1684, pag. 148

1505 Ritter Heinrich v. Wolfersdorf zu Endschüz klagt vor dem Hofgerichte wider Rudolfen jun. v. Bünau [...]

Richard Freiherr v. Mansberg: Erbarmanschaft Wettinischer Lande [...}, Dresden 1903, I. Band, pag. 79

4 Söhne:

Hans, "Hanß von wolstorff von entschicz czu weyda"
1496 Alma Mater Lipsiensis

Iohannes de Wolfferstorff VI gr. Wintersemester 1496
Georg Erler: Matrikel Uni Leipzig 1409‒1559, pag. 417

oo (um 1510) Anna v. Schleinitz, To. des Dietrich [Dietz] v. Schleinitz auf Dahlen, Börln, Skassa, Zschaiten, Reichenbach, u.a.

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 174 ff.

Georg, er wird 1529 mit seinen drei Brüdern als Patron zu Wolfersdorf genannt, als der katholische Pfarrer Haußloth und dessen Frühmesser Jodotus Tobel [Joducus Dobel] durch die Visitation ihre Stellung in Wolfersdorf verloren.

Götz [Gottfried] und Heinrich, siehe unten

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Götz [Gottfried] v. Wolffersdorff

erw. 1494 und gestorben um 1535.
1503 Alma Mater Lipsiensis

Henricus [und] Gotfridus [Götz] de Wolfferßdorff fratres [Brüder] VI gr. Wintersemester 1503
Georg Erler: Matrikel Uni Leipzig 1409‒1559, pag. 456

oo Katharina v. Schleinitz, die ihm nur die Tochter Anna schenkt.

Nach dem Tod seines Vaters (um 1509) hat er Endschütz mit Letzendorf übernommen.
Götz v. Wolffersdorff ist ein entschiedener Gegner der Reformation, genau wie sein katholischer Landesherr Heinrich der Ältere, Herr zu Gera [+ 1538].
Heinrich XIV. der Ältere, Herr zu Gera (1502‒1538) zu Lobenstein (1500‒1538) und Schleiz (1509‒1538), erhält in den Landesteilungen von 1501 und 1509 halb Schleiz, halb Lobenstein und Saalburg, kauft am 19. September 1502 von Heinrich XI. die Herrschaft Gera.
* 1471, + Gera 12. April 1538 ▭ in der Johanniskirche zu Gera

Wikipedia: Stammliste des Hauses Reuß

Heinrich der Ältere, Herr zu Gera, widerstand beharrlich den Reformationsbestrebungen seines protestanischen Lehnsherren, des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen. Er blieb der alten Lehre treu bis zu seinem Tode.

zweite Visitation des thüringischen Kreises an der Saale, Visitation im Amt Weida [5. bis 16. März 1529]
Mittwoch nach Letare 10.3.1529
Darnach hat man mit Gotzen von Wolffsdorff Zu Entschitz gehandelt, der hatt frey darauff bestanden erwolle von der lateynischen messen nicht lassen, hat auch gesagt, Seine eltern hätten ein ordnung gemacht mesß zuhalten von der gedecht er nicht abzusteen, Es were dann das die Kay: [Majestät] als die obrickeit ein Ordnung machet, Dann es wer noch nicht erkant, Er hett ein Caplan der hielt im Mesß, Vnnd wo er gleich abgeschafft wurde so wolt er ein andern aufnemen, Es solt Ihn auch niemands davon abzusteen er wurd dann erkannt vermugen, [...]

Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Nr. ThHStAW, EGA, Reg. Ii 2, alte Foliierung 113b/114a

Visitatoren 1529: Georg Spalatin, Anton Musa, Ewald v. Brandenstein

Rudolf Diezel, Das Prämonstratenserkloster Mildenfurth bei Weida (Thüringen), Jena (Diss.) 1937, pag. 81

Neustadt an der Orla, Sonntag nach Corporis Christi 30.5.1529
Daher auch Goetzen von Wolffersdorf Zu Endschitz Caplan Simon Karl ... Vnd ist als, ungeschickt, vnd papistisch befunden.

Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Nr.ThHStAW, EGA, Reg. Ii 3, fol. 41b

Götz v. Wolffersdorff zu Endschütz, fest im alten Glauben, verkauft seine Güter an seinen Bruder Heinrich und zieht in das damals noch katholische Gera.
Götz ist zweifellos eine charakterfeste Gestalt. Er wechselt nicht den Glauben, wie man etwa das Hemd mit einem anderen vertauscht.
Als in Gera die Reformation 1533 Einzug hält, will er auch Gera verlassen. Ob er es tat ist unbekannt. 1535 ist er bereits tot.

Die erste Visitation Zu Gera, 1533.
Sontag nach Egidii [7.9.1533],
Hat man mit dem Rat zu Gera gehandelt, die pfarrer hinfur zu bestellen, [...] Man hat auch mit Gotzen von Wolffersdorff zu Entschitz [...] gehandelt [...] will sich mit der Zeit von Gera begeben,

Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Nr.ThHStAW, EGA, Reg. Ii 9, fol. 25a

Auseinandersetzungen des Pfarrers zu Wolfersdorf bei Berga/Elster mit Heinrich und Jörg v. Wolfersdorf zu Endschütz wegen Verweigerung der Zinsen an den Pfarrer und Anweisung an den Amtmann zu Weida, bis zur Ankunft der Visitatoren ihm diese Zinsen zu verabfolgen.

Archivalien-Signatur: 265 Bestandssignatur: 6-11-0035 Datierung: 1529

Beschwerde des Kaplans zu Endschütz Simon Bartel gegen Görg und Götz [Gottfried] von Wolfersdorf wegen eines geistlichen Lehens.

Hauptstaatsarchiv Weimar: Archivalien-Signatur: 854 Bestandssignatur: 6-11-0035 Datierung: 1534

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Heinrich v. Wolffersdorff

Heinrich erw. 1495‒1565 auf Endschütz, Wolfersdorf, Kühdorf-Hainsberg, Wüstfalka und Pohlen.
1503 Alma Mater Lipsiensis

Henricus [und] Gotfridus [Götz] de Wolfferßdorff fratres [Brüder] VI gr. Wintersemester 1503
Georg Erler: Matrikel Uni Leipzig 1409‒1559, pag. 456

1521 Schönburgischer Oberhauptmann zu Glauchau
1523‒1545 Oberhauptmann zu Gera

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 176

Die erste Visitation Zu Gera, 1533.
Dienstags nach Egidii [2.9.1533],
Anno Domini 1533, sind auff empfangenem des [...] Johan Friedrich, Herzogen Zu Sachsen, [...] gnädigsten Herrn Befehl, [...] verordnete Visitatoren zu Meissen vnd Voitlandt, wir Georgius Spalatinus, Magister vnd pfarrer Zu Aldenburgk, Asmus Spigel Zu Grunaw [Gruna], Joseph Levin Metsch auff Mila [Mylau], Johannes Reymann [Reimann], pfarrer Zu werda [Werdau], vnd Michel Alber Burgermeister Zu Aldenburg, Abwesens des von des Hauptmans Zu Voitsberg vnd Plauen Christoff von der Planitz daselbst Zu Gera einkommen, Vnd folgenden Mitwochen die Visitation alda in Gottes namen angefangen, Es hat sich auch der Herr von Gera der elder fast vntertheniglich erzeigt vnd erpoten,
Sein Amptmann auch Heinrich von Wolffersdorff sonderlich sich sehr ehrlich, reulich vnnd wolallenthalben erwiesen.

Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Nr. ThHStAW, EGA, Reg. Ii 9, fol. 3a

Heinrich v. Wolffersdorff Stiftung zur Unterhaltung eines Pfarrers zu Endschütz 1543.

Sächsisches Staatsarchiv, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Nr. Loc. 10508/08

+ 1565
I oo (um 1520) Barbara von Schleinitz, To. des Dietrich [Dietz] v. Schleinitz auf Dahlen, Börln, Skassa, Zschaiten, Reichenbach, u.a.
Ritter, Herzoglicher Hofmeister und Hofrichter [+ 1511], I oo Justine v. Starschedel, II oo Martha v. Lüttichau

Gustav von Schleinitz: Geschichte des Schleinitzschen Geschlechts, Berlin 1897, pag. 393 ff. und Tafel 15

II oo Anna NN, + (vor 1578)

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 176

Die meisten Adligen der Umgegend von Gera hatten Winterbehausungen in der Stadt, sogenannte Freihäuser. Das sogenannte Richtersche Haus auf dem Nikolaiberg zu Gera ist im Besitz von Heinrich v. Wolffersdorff.
1540, am dornstag nach Inocavit, erhält Heinrich v. Wolffersdorf, Ambtmann zu Gera, Besitzer der Rittergüter Endschütz und Falka, das "Haus zue Gera auff dem Niclasperge gelegen [Richtersche Haus] mit dem Raumbefreyung (Steuerfreiheit) vnd gerechtigkeit (mit Vorrechten)" vom Landesherrn als Lehen übertragen.

Ernst Paul Kretschmer [Geraer Stadtarchivar und Stadthistoriker]: Heimatblätter, Jg. 17, Gera 1930
NB: ohne genaue Quellenangabe

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Heinrich v. Wolffersdorff

erbt 1565 noch minderjährig die Rittergüter Endschütz, Wolfersdorf, Kühdorf-Hainsberg, Wüstfalka und Pohlen, aber zugleich auch hohe Schulden.
* (um 1554)
+ Wolfersdorf 25.3.1607
oo 1588 Barbara v. Einsiedel, To. des Heinrich v. Einsiedel und der Magdalena v. Carlowitz
* 7.12.1557

Geneagraphie-Families all over the world, F223617

Verkauft das Rittergut Endschütz an Hans Weiss, Bürgermeister zu Naumburg.

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 177

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 Grabplatte des 1580 verstorbenen Erb- und Lehnherr zu Endschütz Hans Weisse Hans Weisse

Bürgermeister zu Naumburg, der sich sogleich Erb- und Lehnherr zu Endschütz nennt.

Meisterhaft gestalteter Grabstein in der Kirche zu Endschütz. Umschrift:
[...] ERB VND LEHNHEER ALHIER ZV ENDSCHITZ [...] WEISSE BVRGERMEISTER ZVR NAVMBVRCK DEN 8 IVNII 1580 [+ 8.6.1580]

Der Verstorbene, mit glatt geschnittenen, auf die Stirn hängenden Haaren, tiefliegenden und durchdringenden Augen, mit faltigem Gesicht, dessen Warzen sogar wiedergegeben sind, Hakennase und einem Knebelbart mit langer Spitze, ausgezeichnet durchgearbeitet, steht in schwarzem Rock, Mantel und Kniestrümpfen da, in der Rechten ein Buch, in der Linken sein Barett haltend [...]. Oben ein Giebel, schon barock geschweift und gerollt, mit einem Engelskopf im Giebelfeld gefüllt. Eine der trefflichsten Leistungen der Zeit und Gegend.

Paul Lehfeldt: Bau- und Kunst‒Denkmäler Thüringens, Großherzogthum Sachsen‒Weimar‒Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt

Bei Endschütz kam ein ganzer Berg, man nennt ihn seitdem den Kuchenberg, zu Zeiten einer großen Kriegs- und Hungersnot für drei Stück Kuchen an einen Anderen. Dies war ein Ritter und man sieht ihn am Eingange der Kirche auch abgebildet mit dem Kuchen in der Hand.

Robert Eisel: Sagenbuch des Voigtlandes, Nr. 775

NB: die Sage ist daraus entstanden, dass man das Barett [sieht wie ein Kuchen aus] in der linken Hand von Hans Weisse tatsächlich für einen Kuchen hielt.
Im Volksmund spricht man daher vom »Kuchenbergsmann.«

1580 geht das schriftsässige Rittergut Endschütz wieder zurück in den Besitz der Wolffersdorffer.
1592 muss Heinrich v. Wolffersdorff das Gut zurück erworben haben, denn er veräußert Endschütz 1596 an seinen Vetter Hans Georg v. Wolffersdorff.

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Hans Georg v. Wolffersdorff aus der Linie Berga

1594 ist er Oberforstmeister zu Kunnersdorf bei Radeburg und mit Anna Gröbel verheiratet.
Anna Gröbel ist die To. des Oberhofjägermeister Paul Gröbel [+ 1594] auf Rödern und Laußnitz.
1602 verkauft er das Rtg. Endschütz an Heinrich von Schönberg und erwirbt danach das Gut Oberhermsdorf südl. von Kunnersdorf, wo er spätestens 1608 starb.
Seine Witwe genoß noch 1615 zu Oberhermsdorf das ihrem Manne als Oberforstmeister des Dresdner Kreises zustehende Jahreswildbret.

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 72

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Hans v. Wolffersdorff

Hofmarschall, Geheimer Rat, Amtshauptmann von Schwarzenberg, Grünhain und Weißenfels.
Rittergutsbesitzer zu Neumühl, Markersdorf, Kühdorf-Hainsberg, Dehlitz.
Als Rittergutsbesitzer bemüht sich Hans v. Wolffersdorff um die Konsolidierung seines Besitzes.
kauft 1576 das Rtg. Kühdorf und Hainsberg, das Rtg. Markersdorf und zugleich ein Drittel der Stadt Berga/Elster.
kauft 1593 um 30.000 Gulden das Rittergut Dehlitz im Domstift Merseburg.

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 75

kauft von Hans Kaspar v. Thalheim das Rittergut Kühdorf-Hainsberg und wird 1597 damit belehnt.

Herbert Hüllemann: Die Geschichte der Rittergüter in Reuß älterer Linie, pag. 816
Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 75

kauft 1607 nach dem Tod seines verschuldeten Vetters Heinrich v. Wolffersdorff das Rittergut Wolfersdorf und baut dort ein neues Herrenhaus.
* Markersdorf 9.9.1549
+ Dehlitz 19.5.1610
▭ Kirche zu Dehlitz, prachtvolles Epitaph aus Alabaster
gab das Epitaph für die Kirche zu Dehlitz nach dem Tod seiner Mutter 1613 in Auftrag und bekam es 1616 geliefert. Inschrift:

[...] im Jahre Christi 1549 geboren, einstmals dreier Kurfürsten von Sachsen Geheimrat und Hofmarschall gewesen war, nun aber am 19. Mai im Jahre der Erneuerung des Heils 1610 fromm verstorben ist, [und] der Mutter Margareta, die, aus dem sehr alten ritterlichen Geschlecht derer von Bünau stammend, im Jahre Christi 1546 geboren, im Jahre 1571 dem Gemahl ehelich verbunden, im Jahre 1610 desselben wieder beraubt worden war, endlich im Jahre 1613 in Christus entschlafen ist, als Beweis der Ehrfurcht und Dankbarkeit der Sohn Gottfried anfertigen und errichten lassen.
Inschriftenkatalog: Landkreis Weissenfels, Nr. 238 Dehlitz, Kirche

oo 26.11.1571 Margarethe von Bünau a.d.H. Pahren [um 1547‒1613]

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 73

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Heinrich v. Schönberg

Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz von 1602 bis [1618] ?
Abschrift des Schönberg'schen Lehnbriefes über 10.000 Gulden Lehnstamm für das Rittergut Endschütz 1623

Sächsisches Staatsarchiv, 10036 Finanzarchiv, Nr. Loc. 37748, Rep. 43, Nossen, Nr. 0020

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Gottfried v. Wolffersdorff

Jurist, Sächsischer Appellationsrat, Hauptmann zu Weißenfels
Sohn von Hans v. Wolffersdorff zu Dehlitz
Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Dehlitz, Kühdorf-Hainsberg
+ Schkeuditz 30.8.1632 ▭ Kirche zu Dehlitz
oo Dehlitz 2.10.1602 Sabina Schenk v. Wiedebach, To. des Christoph Schenk v. Wiedebach
▭ Dehlitz 1639
Gottfried v. Wolffersdorff kauft 1618 von Heinrich v. Schönberg das Rittergut Endschütz.
Im gleichen Jahr erwirbt er auch das Vorwerk Kleinkundorf.
Um 1660 kommt noch das Rittergut Mosen hinzu. Gottfried v. Wolffersdorff fördert und veranlasst die Berufung des aus Weißenfels stammenden Komponisten Heinrich Schütz zum kurfürstl. Kapellmeister nach Dresden.
Ebenso wird auf Gottfried v. Wolffersdorff Empfehlung der Komponist Samuel Schein [* Grünhain 1586 + Leipzig 1630] 1615 Kantor an der Thomaskirche zu Leipzig.
Die 3 Söhne des Gottfried v. Wolffersdorff [Gottfried, Julius und Ehrenfried] verkaufen am 2.2.1636 das Rittergut Kühdorf-Hainsberg um 1.600 Rtl. an ihren Schwager Heinrich von Nischwitz auf Trünzig und
1639 das Rittergut Endschütz um 11.500 Gulden an ihren Vetter Gottfried v. Wolffersdorff.

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 79‒84

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Gottfried v. Wolffersdorff

auf Endschütz, Culmitzsch, Mosen, Wolfersdorf bei Berga, Dehlitz bei Merseburg, Markröhlitz bei Weißenfels.
Von 1374 bis 1754 war die Familie v. Wolffersdorff Grundherr in Culmitzsch. Vorwerke bestanden in Friedmansdorf und Kleinkundorf.

Henriette Joseph, Gerhard Hempel, Haik Thomas Porada: Das nördliche Vogtland um Greiz, Köln 2006

Gottfried v. Wolffersdorff kaufte am 25.7.1659 das Rittergut Mosen von Hans Ludwig v. Pöllnitz. Im Rahmen der Neubelehnung nach seinem Tod 1676 erhielt es sein Schwiegersohn Wolf Christoph v. Raschau.

Kurt Häßner: Die Ritter von Mosen, Weissbach 2000

* Wasserburg zu Culmitzsch 12.1.1605, So. des Heinrich v. Wolffersdorff und der Maria Salome v. Hünerkopff a.d.H. Mannichswalde
+ Mosen 3.8.1676
oo um 1649 Anna Sabina v. Nauendorf a.d.H. Nauendorf bei Ronneburg, To. des Ehrenfried v. Nauendorf zu Großenstein und der Catharina v. Wolframsdorf

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 130

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Ehrenfried v. Wolffersdorff

Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Letzendorf, Rußdorf und Hilbersdorf
erbt 1676 von seinem Vater Gottfried v. Wolffersdorff das Rittergut Endschütz.
1684 Domherr [Canonicus] zu Naumburg
Cantor und Gerichtsinspektor, Exzellenz und Diakon des Hohen Stifts Naumburg und Obersteuereinnehmer der Regierung Sachsen-Zeitz zu Moritzburg/Elster.
* Endschütz 21.7.1656 ~ ebd. 25.7.1656
+ Naumburg 5.4.1725
I oo Endschütz 6.11.1679 Maria Magdalena v. Tettau, To. des Hans Friedrich v. Tettau zu Zoppoten und der Magdalena v. Kauffungen
+ Leipzig 7.8.1687 [kinderlos]
II oo Kauern 1688 Maria Sophia v. Ende, To. des Carol Joachim Henrichs v. Ende auf Kauern u. Töppeln und der Johanna Sophia v. Koppy

Dom. Sexages. d. 19. [sic!] Februart ist der Hochw. Hochadlgeborne Herr Ehrenfried von Wolffersdorff auf Endschüz Canonicus Numburgensis, mit der Hochadelgebohrnen Jungfrau Maria Sophia, des Hochadelgebohrnen Herrn Carol Joachim Henrichs von Ende uff Kauern [...] und folgendes Montags den 20. [sic!] Zu Kauern copuliret worden.
Aufgebot KB Endschütz 1688

+ Naumburg 21.12.1700

Günther Wolf v. Wolffersdorff: Familienchronik Wolffersdorff 933‒1965, pag. 132

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Christian Ehrenfried v Wolffersdorff

Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz und Moderwitz bei Neustadt an der Orla
1731 Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz
* Naumburg 29.6.1691
+ Endschütz 17.11.1735 ▭ ebd. 21.11.1735

1735, den 17. Novembr. nachts gegen 11 Uhr entschlief im Herrn, der weyland Hochwohlgeborne Herr, Herr Christian Ehrenfried von Wolffersdorff Erb‒ Lehn‒ und Gerichtsherr allhier wie auch der Kirchen, Pfarr-, Schul- und Patronis ein gnädiger, sanftmütiger Herr, und wurde den 21. [...] in hiesiger Kirchen nahe beÿ den Altar beÿgesetzet.
KB Endschütz + 1735

Gedenkstein in der Kirche zu Endschütz, aus Sandstein, verwittert, auf einem Schild in Schnörkel-Umrahmung.
Aufsatz geschweift, mit Doppelwappen, darauf eine Krone.
Inschrift [schwer lesbar]:
Denckmahl Des weÿl. Hochwohlgeb. Hrn: Christian Ehrenfried von Wolffersdorff in Endschütz [...] 1735 [...] v. Thüngen [...]

oo wo? Augusta Maria Eva Reichsfreiin v. Thüngen
+ Endschütz 2.10.1756

Frau Augusta, Maria, Eva, gebohrne Reichsfreiin von Thüngen, aus dem Hochadel. Hauße Thüngen und Budisin in Francken, Des Weÿl. Hochwohlgeb: Herrn, Herrn Christian Ehrenfried von Wolffersdorff Erb- Lehn und Gerichtsherrn auch Kirch Pfarr und Schul Patroni allhier zurückgelaßne Frau Gemahlin [...] und wurde des dritten Tags darauf zur Erde bestattet [...]
KB Endschütz + 1756

Epitaph für Christian Ehrenfried von Wolffersdorff

Epitaph Christian Ehrenfried von Wolffersdorff gestiftet von seiner Gattin Augusta Maria Eva Reichsfreiin von Thüngen

Wappen von Wolffersdorff »springender Wolf« und
Wappen von Thüngen »die Freyherrn von Thüngen führen in einem silbernen Feld einen guldenen mit drey Wellen=weiß gezogenen rothen Stäben [...]«

Die beiden Wappen sind als Allianzwappen anzusprechen. Die zwei nebeneinandergestellte Schilde sind leicht zueinander geneigt und aufgelegt mit einer Krone.

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Adam Ehrenfried v. Wolffersdorff

Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Endschütz, Letzendorf, Hilbersdorf, Rußdorf
1761 Mitbesitzer des Rittergutes Unterreudnitz bei Greiz.
Die Familie lebt in Zeitz, wo Adam Ehrenfried v. Wolffersdorff Stiftsregierungsrat ist.

Klage der Gemeinde Endschütz gegen den Gerichtsherrn und Kirchenpatron Adolf Ehrenfried v. Wolfersdorf sowie das Kirchenvermögen und die Kirchrechnung betreffende Sachen 1764‒1770

Superintendentur Weida, Signatur B 6, 30, Karton 89

* Endschütz 6.11.1733 ~ ebd. 8.11.1733
+ Endschütz 28.11.1794 [61 J. 3 Wo. 1 T.] ▭ Endschütz 3.12.1794

in die Gruft seiner Hochwohlgeb. Frauen Mutter nahe am Altar beÿgesetzt.
KB Endschütz + 1794

oo wo? 14.6.1753 Augusta Sophia Regina v. Harras

August Wilhelm Bernhardt v. Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adeliger Familien, Band 6, Leipzig 1793, pag. 126

* (um 1731)
+ Endschütz 12.11.1790 [59 J.] ▭ ebd. 16.11.1790

in der Gruft Ihres seel. Hr. Schwiegervaters, Christian Ehrenfried von Wolffersdorff, nahe am Altar beÿgesetzt.
KB Endschütz + 1790

Als der Endschützer Pfarrer Johann Friedrich Schumann am 4.3.1773 Augusta Sophia Regina von Wolffersdorff als Patin zur Taufe seines Sohnes Friedrich August Gottlob bestellt, ahnt niemand, dass später dessen Sohn Robert Schumann ein berühmter Komponist sein würde.

August Schumann, Verlagsbuchhändler
Vater des Komponisten und Musiker Robert Schumann
* Endschütz 2.3.1773
+ Zwickau 10.8.1826
oo Geußnitz 25.10.1795 Johanna Christiana Schnabel
älteste To. des Abraham Gottlob Schnabel [1737‒1809] Ratschirurg zu Zeitz und der Johanne Sophie Lessing [1745‒1818]
* Geußnitz 28.11.1770
+ Zwickau 4.2.1836

Gedenktafel für August Schumann

Gedenktafel für August Schumann

Taufeintrag für August Schumann
I.N.J. 1773.
Mir, Johann Friedrich Schuhmann, verordneter Pfarrer allhier, wurde von meiner Eheliebsten, Christianen Magdalenen, einer gebornen Böhmin aus Eisenberg den 2 Mart. früh halb 8. Uhr, ein Sohn gebohren, welcher den 4.ten huj. zur heil. Taufe befördert und Friedrich, August, Gottlob, genennet wurde. Die Taufzeugen hierzu waren
1. Die Hochwohlgeb. Frau, Augusta, Sohia, Regina, des Hochwohlgebohrnen Gerichts=Herrn, wie auch Kirch, Pfarr und Schul=Patroni allhier, Herrn Adam Ehrenfried von Wolffersdorff, Frau Gemahlin.
2. S. T. Herr Heinrich Gottlob Müller, aus Berga, p.t. Gerichts-Director allhier.
3. Herr Christian Friedrich Böhme, angesehener Bürger und Zeug=Händler in Eisenberg, mein vielgeliebtester Herr Schwieger=Vater.
Von diesen Ehe=Seegen dancken wir Gott von Grund unseres Herzens und bitten ihn, daß Er Mutter und Kind gesund und in seiner Gnade erhalte, und das Kind ihm zur Ehre und uns Aeltern zur Freude aufwachsen laße um Jesu Willen. Amen.

KB Endschütz * 1773

Johann Friedrich Schumann [um 1746‒1809] ist der Großvater von Robert Schumann und war von 1771‒1788 Pfarrer in Endschütz.

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Carl Christian Gottlob v. Wolffersdorff

Fürstl. Reuß. Plauischer Major und Erb-, Lehn- und Gerichtsherr und Kirchenpatron auf Endschütz, Letzendorf und Rußdorf
zieht 1796 nach Lobenstein
* Endschütz 10.11.1762
+ Endschütz 7.6.1832 [70 J. weniger 1/2 J.]

begraben auf dem Kirchhof unter Laternenschein mit 2 Reden von mir [Immanuel Traugott Claußnitzer] und dem Herrn Pfarrer Röller [Gottlieb Wilhelm Röller] in Wolfersdorf

KB Endschütz + 1832

oo Culmitzsch 29.11.1794 Mariane Sophia Wilhelmine v. Wilcke, To. des Ernst August v. Wilcke zu Dreitzsch bei Neustadt/Orla

Am 11.5.1824 wird dem Endschützer Pfarrer Immanuel Traugott Clausnitzer eine Tochter Maria Augusta als erstes Kind geboren und am 18.5.1824 daselbst getauft. Sie ist die spätere Schriftstellerin Maria Clausnitzer-Hennes [1824‒1864].

[Die Paten sind:]
1. Mariane Sophia Wilhelmina von Wolffersdorff, des Hochwohlgeb. Herrn Christian Gottlob von Wolffersdorff, Majors von der Armee und Erb- Lehn- und Gerichtsherrn auf Endschütz, Frau Gemahlin.
2. Herr Friedrich Ernst Heubner, gegenwärtiger Pfarrer in Mosen.
3. Sophie Wilhelmine Bartky, des Herrn Pastorem. M. Heinrich Ludewig Bartky von Weisbach Jgfr Tochter. An deren Stelle stand ihre Jgfr Schwester: Eleonore Caroline Friederike Bartky.
KB Endschütz * 1824

Maria Clausnitzer-Hennes, Schriftstellerin
Nach ihr ist das Mariental in Endschütz benannt. Der spätere Besitzer von Endschütz, Commerzienrat Carl Sieber, hat ihr zum Andenken eine Marienstatue als Denkmal setzen lassen.
* Endschütz 11.5.1824
+ Wiesbaden 21.1.1864
oo Endschütz 30.8.1859 Goswin Aloys Hennes [1827‒1889], Klavierpädagoge und Komponist zu Mainz
Tochter: Therese Hennes
Pianistin; Konzertreisen führte sie in zahlreiche deutsche Städte sowie nach London, Brüssel, Wien und Paris.
* Wiesbaden 21.12.1861 [die Mutter Maria Clausnitzer-Hennes starb, als Therese Hennes zwei Jahre alt war]
+ (nach 1885)

Silke Wenzel, Artikel "Therese Hennes", in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 20.8.2014.

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Eduard Ernst Karl v. Wolffersdorff

kgl. preuß. Rittmeister und Premierleutnant auf Wolfersdorf, Endschütz und Auligk bei Zeitz.
Eduard v. Wolffersdorff ist der letzte Wolffersdorffer Besitzer von Endschütz.
Kinder bis 1829 in Wolfersdorf
1869 Poststallmeister zu Zeitz
* Endschütz 6.5.1798
+ Zeitz 5.11.1869
▭ Endschütz 8.11.1869

Der Verstorbene wurde nach seinem letzwilligen Wunsche an der Seite seines sel. Hr. Vaters bestattet nachdem sein Sarg auf einem von Postpferden gezogenen Wagen, Montag, den 8. November hier angekommen war.
KB Endschütz + 1869

oo Wolfersdorf bei Berga 15.3.1821 Auguste v. Beulwitz, To. des Karl v. Beulwitz zu Wolfersdorf
+ Zeitz 18.1.1870
▭ nicht in Endschütz

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Herrenhaus Rittergut Endschütz 2015

Herrenhaus Rittergut Endschütz
Foto: Werner Roth, 2015

Herrenhaus Rittergut Endschütz

Herrenhaus Rittergut Endschütz
Foto: Archiv Niklas Sieber, Stuttgart

1870 kauft Josef Reichart aus Kauern das Rittergut Endschütz. Er hat zwanzig Jahre den Vorsitz des Gemeinderates des Bezirks inne und ist zehn Jahre Großherzoglicher Standesbeamter.

Kommerzienrat Carl Sieber kauft 1897 das Rittergut Endschütz.

Der Sohn Dr. Günther Sieber [+ 1960] übernimmt das Gut von seinen Eltern. Günther Sieber hat Staatswissenschaften in München und Berlin studiert, worin er promoviert. In den 20er Jahren ist er Kunstmaler und Schauspieler. Seit 1930 erlangt er als Schriftsteller mit romantischen Büchern im Stil von Trivialromanen wie Hedwig Courths-Mahler eine größere Popularität. Günther Sieber verkehrt viel in internationalen Künstlerkreisen und ist befreundet mit Marlene Dietrich, die ihn auf seinem Rittergut Endschütz besucht.

Günther Sieber verkauft 1936 den gesamten Besitz an Rudolf Voigt.

1939 ersteigert der Pächter vom Rittergut Mosen Erich Fricke das Rittergut Endschütz.

1945 werden im Gutsbereich im Rahmen der Bodenreform Siedlerstellen eingerichtet.

2003 wird das Gut durch Susann Schmidt erworben.

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vor der Kirche zu Endschütz im Juni 2015 anläßlich der 775‒jährigen Ersterwähnung von Wolfersdorf bei Berga
Peter-Andreas von Wolffersdorff, Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner und Loni Roth

Peter‒Andreas von Wolffersdorff, Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner und Loni Roth

 Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner Roth

Wolf und Marianne von Wolffersdorff, Werner Roth

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Legende: * geboren, oo verheiratet, + verstorben, ▭ begraben

Letzte Änderung/Last update: Juli 2020

Quellen:
• Jahrbuch des Deutschen Adels, Bd. 3, Berlin 1899
• Mitteilungen Marianne v. Wolffersdorff, Bad Pyrmont, 2015
• Günther Wolf v. Wolffersdorff: Wolffersdorff, Familienchronik 933‒1965, Zwiesel 1968
• Ahnenliste von Robert Schumann
• Herbert Hüllemann: Die Geschichte der Rittergüter in Reuß älterer Linie, Jena 1939
• Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.: Biografie Hans von Wolffersdorff [1549‒1610]
• Niklas Sieber: Biographie Heinrich Sieber, Stuttgart 2018